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Samstag, 25. Juli 2009

Young Chiefs away - love it!

Langsam wird es unheimlich:
Ich komme grad vom dritten Young-Chiefs-Spiel zurück, in dem ich von anfang an beweisen durfte. Heute stand diese Herausforderung unter einem noch schlechteren Stern als sonst sowieso schon, da zu mangelndem Talent und dem mir innewohnenden "Feindbild Ball" auch noch die Hindernisse "5 Wochen ohne Training" und "6 Flaschen Wein zu fünft am Vorabend" hinzukamen. Wie die ersten beiden Partien auch, ging es zudem auswärts ran und wieder haben wir die drei Punkte eingesackt. Ich würde mich dementsprechend ganz bescheiden als Sieggarantie einschätzen...
Schuld daran nach Überzeugung aller heute: Ich sollte das obligatorische Gebet im Mannschaftskreis vorm Anstoß übernehmen und die Jungs wollten es auf Deutsch hören. Tja, eh ich da jetzt die "Es gibt keinen Gott"-Debatte aufmache, hab ich eben schnell ein paar Worte an den Fußballgott gerichtet und siehe da - das German Soccer Muti hat gewirkt.
In einem völlig abgedrehten Spiel sind wir in Hälfte eins recht rasch in Führung gegangen, ehe sich die Stürmer standhaft weigerten eine meiner unzähligen Traumflanken zum 2:0 zu verwerten. Ich habe übrigens festgestellt, dass ich mit Rotweinkater deutlich mehr Luft zu Flankenläufen habe als ohne, was ich aber für nicht weiter bedenklich halte.
In der zweite Halbzeit konnte die Heimmannschaft, übrigens die Truppe des hiesigen Armee-Stützpunkts, dann zunächst ne Sonntags-Granate in unserem Netz platzieren. Wir hatten allerdings reichlich Chancen, den alten Abstand wieder herzustellen, einzig in der Verwertung haperte es, woran ich nicht ganz unschuldig war. So zwanzig Minuten vor Ende durfte das deutsche Pferd von der Außenbahn dann das Grün verlassen und sich an den Wassertrögen laben. Mawethu, der für mich kam, hat dann nach ner Ecke völlig freistehend aus drei Metern gleich mal den Ball zum 2:1 ins Netz gelegt.
Doch nicht nur bei der gegnerischen Abwehr war die Übersicht dahin, der Referee versagte uns in der Folge zwei eigentlich reguläre Treffer und stellte dann noch einen unserer Stürmer vom Platz, weil der einem Verteidiger, der den Ball im Liegen zwischen seinen Beinen eingeklemmt hatte, das Leder rausstochern wollte. Äußerst fragwürdig. Fünf Minuten später entwickelte sich zwischen zwei Kickern eine halbe Schlägerei, der Schiri bemerkte das allerdings erst ungefähr eine Minute später, schickte dann aber beide Jungs runter.
Die Krönung kam in der Schlussminute: Nach einem langen Ball in die Spitze läuft unser Verteidiger einem gegnerischen Stürmer klar den Ball ab und berührt ihn dabei nicht mal. Der Stürmer bleibt ohne jeden Protest steht und watschelt dann zurück, bis er mit überraschtem Jubelschrei darauf reagiert, dass der Mann mit der Pfeife tatsächlich auf Elfmeter entschieden hatte. Ob unserer Proteste regnete es dann noch etwas Gelb, ehe Chantsa, unser Keeper, den halbhoch getretenen Elfer ins Toraus abwehren konnte. Der Referee entschied auf Abstoß und pfiff dann lieber schnell ab, als der Ball in der Luft war. Das Gelächter hinter der Seitenlinie hielt allerdings noch lange an.

Montag, 30. März 2009

Honig-Sieg (oder: Wie Holland selzsam unterging)

Wer Nationen ungefähr so toll findet wie Senf auf Marmelade (wobei anzumerken ist, dass Senf wenigstens manchmal eine sinnvolle Verwendung finden kann), der geht auch auf Länderspiele nicht so wirklich ab. Eine Ausnahme gibt’s aber beim Fußball und die – da bin ich voll mit Funny van Dannen – heißt Holland. Am vergangenen Sonntag stand nun erneut ein Vergleich der Young Chiefs Jungs aus Walmer gegen eine niederländische Auswahl an. Ich hatte leider erst noch zu tun und konnte erst Mitte der ersten Hälfte aufschlagen. Nach der 3:4-Schmach im letzten Aufeinandertreffen mit den Tulpen hatte ich meine Kollegen natürlich ordentlich eingeschworen, mich dieses Mal nicht hängen zu lassen, trotzdem gab es erstmal nicht viel zu feiern: eins zu eins der Spielstand. Kollege Sbu ließ aber recht bald das 2:1 folgen und dank eines glücklichen Treffers kurz vor der Pause ging es mit einem ordentlichen 3:1 in die nicht vorhandenen Kabinen. Wir haben hier dafür aber Honig, den wir natürlich nicht hätten, gäbe es Kabinen. Doch das nur am Rande.

Der Coach war mit dem gezeigten äußerst unzufrieden, polterte ordentlich los, war allerdings auch immer noch diskreditiert, weil er – obwohl in der ersten Halbzeit als Schiedsrichter fungierend – das 3:1 erst mitbekommen hatte, als ein Oranje mit dem Ball in der Hand gen Anstoßkreis lief. Die am Spielfeldrand ähnlich einer Robben-Kolonie aufgereihten Ladies der Holländer waren für ihn wohl ansehnlicher als das Gekicke. Obwohl unser Spiel bis dato wahrlich nicht perfekt war, kann ich diese Ansicht keineswegs teilen. Zumal mir diese possierlichen Schnicksen kurz nach der Einwechslung auch immer sympathischer wurden, indem sie einem Kumpel von mir verklickerten, dass es total lustig wäre, zwei Finger auf die Oberlippe zu legen, den rechten Arm in die Höhe zu strecken und dazu im Stechschritt am Spielfeldrand auf und ab zu stolzieren. Der Gute hatte natürlich keine Ahnung, was er da gerade aufführte. Ich überlegte kurz, den Cantona zu machen, gab mich dann aber doch mit einer sportlichen Antwort zufrieden. Nachdem ich zu unserem 9:1-Sieg zwei Buden und zwei Vorlagen beigesteuert hatte, durfte die Reisegruppe wieder in ihr Nobelviertel fahren. Was ein Tag, erstmals für die Young Chiefs getroffen, die rechte Seite mehr als dicht gemacht, erschöpft vom Platz getrottet und was sehe ich da: Kein Wasser da, aber Bier. Das ist mein Young Chiefs! Zur Ehrenrettung für die Holländer sei noch gesagt, dass die Leute, die die Spiele mit uns organisieren, absolut in Ordnung sind. Und der Rest sind eben Fans, die freuen sich halt. Oder so. Und vor allem schlau wie ein Marmeladenbrot mit Senf.