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Sonntag, 13. Juni 2010

Feel it, it's here: Mehr Lesestoff


Der Ball rollt und der Laptop qualmt. Gestern kam ich beim Klassiker Griechenland gegen Südkorea zum ersten WM-Spiel (und nach dem noch prestigeträchtigeren Duell zwischen Weißrussland und Andorra überhaupt erst zweiten Länderspiel) meines Lebens live im Stadion. Und weil gerade Ghana gegen Serbien im Fernsehen läuft, preise ich jetzt auch nur fix und ohne große Umschweife die aktuellen Ergebnisse meiner Schaffenskraft an. Die da wären:

Zwei kleine Videos auf Weser Kurier online, eines zu den letzten Vorbereitungen zum hochoffiziellen Fifa Fan Fest in Port Elizabeth und eins zum Auftaktmatch aus den Kneipen Walmer Townships. Auf der Weser-Kurier-Seite gibt es jetzt sogar einen eigenen Rubrikenkasten für mich. Wow.

Selbigen hat bremen4u schon etwas länger, sogar mit krasser Fotocollage zum Außenkorrespondenten. Nochmal Wow. Dort gibt es übrigens auch drei neue Texte, einer kurz vor der WM, einer nach dem Eröffnungsspiel und ein Bericht vom Deutschlandspiel im Deutschen Klub.
Dann wäre da noch das WM-Tagebuch, jeden Mittwoch und Sonntag im Bremer Anzeiger. Wer ihn nicht in den Briefkasten bekommt, kann auch online im ePaper lesen, was ich so verzapfe, allerdings immer nur bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe.

Etwas tiefgründiger ist mein Bericht über die Gewerkschaft der südafrikanischen Fußballer, der in den Nord-Süd News erschienen ist.

Und für alle Nicht-WM-Fieber-Heimgesuchten gibt es noch einen Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung über eine junge Osnabrückerin, die bei Masifunde den Planungsprozess für ein neues Jugendzentrum in Walmer Township gemeinsam mit Jugendlichen aus Walmer voran bringt. Die brauchen übrigens noch Spenden für den Grundstück-Kauf, wer also noch nach sinnvollen Alternativen zur Investition in ans Auto anzubringende Nationalflaggen sucht oder auch einfach so ein paar Euro übrig hat, findet auf der Masifunde Homepage mehr Infos.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Wir komm’n jetzt im Fernsehen!



Da wir uns bei Masifunde ja nur höchstselten mit dem Zweiten abgeben, haben wir jetzt als erstes professionelles Fernsehteam auch direkt eines der ARD in Walmer Township begrüßen können. Ursprünglich wollte die dreiköpfige Crew unsere Programme ja nur an einem Sonntagnachmittag abfilmen, wir haben sie dann aber subversiv auf den Geschmack gebracht und für einen weiteren Drehnachmittag ins Jugendzentrum gelockt.



So haben die Kollegen vom Ersten, die übrigens für mich etwas überraschend aus einer rein südafrikanischen, dafür aber sehr witzigen Crew bestanden, am Montagnachmittag noch unseren Hausaufgabenclub und das Life-Skill-Programm „Learn4Life!“ gefilmt. Der Humor der Jungs lässt sich ungefähr dadurch verdeutlichen, dass sie ein Interview bei der Familie eines geförderten Jungen ganz rasant beginnen wollten, weil nebenbei der Fernseher lief und Südafrika gegen Polen gerade das 1:0 geschossen hatte. Eine Führung für Bafana Bafana, das ist eben schon ein historischer Moment, dessen Bestand meist nicht allzu lange vorhält. (Randnotiz: Die Mannschaft, deren Trainer Santana in einem Interview neulich äußerte, die WM gewinnen zu wollen und dafür den Kommentar kassierte, dass nicht viele im Land seinen Optimismus teilten, rettete das Tor aus der vierten Minute tatsächlich über die Zeit.)



Herrlich fand ich auch, dass der Kameramann im Hinblick auf den Beruf meiner Freundin (ab Januar Arzt) anmerkte, dass dann wenigstens einer von uns beiden einen ordentlichen Beruf hätte. Schön war’s, hoffen wir mal, dass es auch ein schöner Bericht wird.

Die Bilder und Interviews werden übrigens – wenn die Cutter-Schere es will – bereits am kommenden Sonntag ab 18 Uhr in der Sportschau zu begutachten sein, wo dann die neun Austragungsorte der WM im kommenden Jahr vorgestellt werden. Einschalten und Masifunde zum Tor des Monats wählen!



WICHTIGE ÄNDERUNG: Der Programmdirektor hatte was dagegen. Wir sind aus der Sportschau gestrichen, stattdessen lief der Beitrag bereits gestern im Mittagsmagazin. Die letzte Hoffnung: Am kommenden Montag, 15. Juni, sind wir noch einmal ab 22.45 im WDR in der Sendung Sport Inside zu sehen. Schluchz.

Donnerstag, 12. März 2009

Filmstars mit Singstar



Das Titelbild hat diesmal keine erweiterte Bedeutung. Es ist einfach nur filmreif. Genau wie die letzten Wochen. Von denen war das aber auch erwartet worden. Schließlich filmten wir.

Also, gutes Foto, schlechte Kalauer, alles beim alten und damit in den neuesten Reisebericht.

Das sonnige Bild ist übrigens irgendwo auf dem Weg zwischen Kimberley und Kapstadt entstanden. Die Verkehrsdichte in der Karoo-Halbwüste ist da nicht immer so hoch, wenn mal was kommt, dann aber auch gern zwei LKW auf einmal. Man hat ja noch den Standstreifen zum Ausweichen – angenehmes Reisen… Dass ich diese Gegend überhaupt schon wieder zu Gesicht bekam, verdanke ich dem Videojournalisten Michael Wigge, der nach Südafrika gekommen ist, um eine Doku über Land, Leute und Kontraste zu drehen.

Der höchste Hügel in Walmer Township: Einst Truppenübungsplatz, heute media mountain.

Das Werk soll deutschen Schülern der Klassenstufen sieben und acht bald im Geografieunterricht als Lehrfilm dienen. Und damit die Kinners das auch aus einer adäquaten Perspektive vermittelt bekommen, dienten Masifundes dreizehnjähriges Patenkind Sarah und ihre beste Freundin Farah als Hauptdarsteller. Die Freundin kommt aus einer (übrigens ziemlich coolen und Seafood-erprobten) Mittelstandsfamilie und Sarah aus dem Township. Gebe es nicht Masifunde und die Bildungspatenschaften hätten sie sich vermutlich nie getroffen. Nun spielen sie im Film zusammen Singstar und erfreuen sich noch tausend anderer Sachen. Die Kontakte zu den Kids und der Schule, sowie den „Sicherheitsdienst“ im Township und ein paar andere Kleinigkeiten hatte ich für Michael organisiert, sodass ich mich endlich mal wie ein echter Pressebetreuer fühlen durfte. Coooool. Dazu gibt’s noch zwei immens wichtige Experten-Kommentare meinerseits auf dem Tape, sodass neben Masifunde auch ich künftig berühmt sein dürfte… Naja, ich wäre schon sehr zufrieden damit, solch einen Job noch öfter machen zu können. Hat nämlich echt Spaß gemacht.

Sarah beim Dreh Zuhause.

Die Dreharbeiten waren recht umfangreich, erstmal ging’s in die Schule, dann ins Township, zu beiden Eltern und dann noch an tausend Orte, um den Info-Teil für Südafrika zu bebildern. Wilde Tiere, tiefe Minen und weite Flächen mussten her, dazu ein paar Museen und Denkmäler für den Geschichtsteil.

Zwischendrin spielte sich kurz vor Ende unserer Drehzeit in Port Elizabeth noch eine denkwürdige Szene ab. Michael und ich suchten in der Dresden Bakery, der deutschen Bäckerei von Port Elizabeth, die übrigens von einer ehemals Hamburger Familie geführt wird, nach einem zweiten Frühstück. Der Kuchen war lecker, der Cappuccino auch, doch das allein wäre kaum berichtenswert. Als Michael bezahlen wollte, fasste sich die Bäckersfrau ein Herz und fragte ihn in bestem Hamburger Schnack: "Sagen sie mal, sind Sie nicht der Michael Wigge vom Deutsche Welle Fernsehen?" Da er es war und das auch zugab, lud sie uns nach kurzem Klönschnack ein, mit ihrem Sohn an einem mysteriösen Jeep-Wettbewerb teilzunehmen. Wir schlugen ein, befürchteten jedoch ein waghalsiges Rennen durch wildes Terrain. Aber weit gefehlt, Sohn David entpuppte sich als sehr relaxter, aber dennoch zielstrebiger Genosse und Ziel des Wettbewerbs war es in ruhigem Tempo möglichst kuriose Aufgaben am Rande der Strecke zu bewältigen. So suchten wir nach Schlossfabrikaten an Flußwehren, mussten Bilder mit einem Naturreservat-Tor-Wächter machen, nach Warnschildern suchen und zum Höhepunkt unter dem Druck der Stoppuhr in den nächtlichen Busch rennen, ein Bild mit einem komischen verrosteten Metall-Teil machen, zurückkehren, ein Rad vom Jeep schrauben, einmal um den Wagen tragen, wieder befestigen und einsteigen. 12:40 Minuten. Durchschnitt. Egal, das Bier hat geschmeckt, die Landschaft war hervorragend und ein paar Büffel haben uns auch noch kurz gute Nacht gesagt. Toll!

Unsere Jeep-Crew: David (links) und sein Co-Pilot Keith.

Dieses formschöne Bild ist ebenfalls ein Relikt dieser herausfordernden Tour...

Nach einer Woche in Port Elizabeth haben wir uns dann aber auf den Weg gemacht, um die fehlenden Doku-Aufnahmen im Lande einzuholen. Das heißt dann natürlich, dass das Verhältnis zwischen reisen und filmen etwas kurios wird, wenn man ewig weit fährt, um kurz eine Wüste zu filmen, aber ohne Mühen kein schicker Film. Und als Nebenprodukt konnte ich immerhin noch ein paar Fotos mit nach Hause nehmen. Ich bin daher mal schreibfaul, nutze das gute Internet in Kapstadt und beeindrucke nicht buchstäblich aber bildlich.

Hier versucht sich ein Nashorn im Kragga Kamma Game Park zu verstecken. Das ist allerdings recht schwer, weil der kleine Wildpark eher einer Farm für wilde Tiere ähnelt, viel freie Fläche, perfekt zum filmen, etwas doof für die Tiere, wenn sie mal unter sich sein wollen. Aber vielleicht wollen sie ja gar nicht. Die Menschen schießen hier ja nur digital.

Auch die Büffel offenbaren sich an gleicher Stelle. Dieses Foto taugt übrigens dazu, meine Theorie zu belegen, dass Büffel nur große Kühe sind.

Und hier noch ein paar große Pferde mit Flecken.

Das ist alles, was Südafrika als Ehre für den Freiheitskämpfer Steve Biko an der Stelle übrig hat, an der Apartheids-Polizisten ihn so schwer folterten, dass er an den Verletzungen später bei der Überführung auf der blanken Ladefläche eines Kastenwagens 30-jährig starb. Der Zellentrakt wird noch immer für Häftlinge benutzt.

Das weltberühmte Big Hole, leider auch schon die Hauptattraktion der Diamantenhauptstadt Kimberley. Die Entstehung ist landestypisch: Ein Diamantenbaron ließ es von mit Hungerlöhnen abgespeisten Arbeitern auf der Hatz nach Glitzersteinen graben, strich den Reichtum und den Ruhm ein und ließ die Arbeiter fein arm.

Michael beim Filmen einer total echten Diamantenmine.

"Scotland is poorer in men but richer in heroes", teilt uns dieses Denkmal für die Schotten, die 1899 während des Zweiten Burenkrieges in der Schlacht von Magersfontein fielen, mit. Na denn.

Diese Schildkröte bewohnt die kargen Weiten der Karoo. Nun wissen wir auch, warum dort so wenig Gras wächst.

So sieht die Karoo aus - betrachtet aus dem Fenster meines Schlafzimmers im Karoo National Park. Sie sieht aber eigentlich überall so aus.

Achso, ich hab jetzt übrigens auch ne Katze.

Der Abendhimmel über meinem Lieblings-Schnorkelstrand in Port Elizabeth. Gute Nacht!

Mittwoch, 14. Januar 2009

Mehr Lesestoff

Die Presseschau kommt geballt dieser Tage.

Schöne Bilder und einen ausführlichen Artikel veröffentlichte ich in der Neuen Wernigeröder Zeitung. Hier ist der Link.

Dienstag, 13. Januar 2009

Noch mehr Lesestoff

Masifunde im Weser Kurier, diesmal aus anderer Perspektive. Hier geht's lang...

Samstag, 10. Januar 2009

Masifunde-Lesestoff und Bilder

Ein selzsamer Text erschien - wie ich gestern erst erfuhr - am 2. Januar in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wie ich heute las, ist das die im letzten Quartal 2008 am vierthäufigsten zitierte Regionalzeitung Deutschlands. Wer wollte das nicht immer schon einmal wissen!?! Wer auch mal zitieren möchte, hier ist der Link.

Ansonsten sei noch erwähnt, dass es gleich nebenan inzwischen auch eine Bilder-Galerie vom Summer Camp gibt. Und zwar hier.

Lesen Sie, sehen Sie, staunen Sie!!!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Großbaustelle

Erneut leite ich euch um. Weil wir mit unseren Kids gerade als fleißige Piraten im Summer Camp sind und ich meine freien Sekunden an einer Hand abzählen kann, gibt es hier natürlich nichts Neues. Dafür aber - wenn es die Zeit erlaubt - täglich einen Tagebucheintrag auf der Masifunde-Homepage.

Freitag, 10. Oktober 2008

Was ich hier mache - der Legende letzter Teil

Etwas verspätet will ich nun über meine Aufgaben bei Masifunde fabulieren und die Trilogie damit vervollständigen. Wer von mir zu meiner Arbeit hier noch gar nichts gehört hat, fragt sich wahrscheinlich, was Journalismus mit Bildungsförderung zu tun hat. Gut, Lesen bildet mitunter, aber da hat sich der Link nicht versteckt. Die Antwort ist einfacher: Ich mache die Pressearbeit für Masifunde in Südafrika. Und da die sich nicht immer an 9-to-5-Arbeitszeiten halten kann, gibt’s diesen Text auch erst heute. Weil Masifunde nämlich den Dönhoff-Förderpreis gewonnen hat*, brauchten wir schnell professionelles Filmmaterial aus Südafrika. Weil ich aber weder acht Arme noch eine DV-Kamera habe, musste ich fix innerhalb eines Tages für den darauf folgenden einen Kamera-Mann nebst Equipment organisieren. Das hat zum Glück geklappt und dann haben wir Dienstag zu zweit von 10 bis 19 Uhr in einem Guss gedreht, ehe es zum Schlemmer-Teil des Tages überging. Die Aufnahmen, die uns in die Schulen der Kinder, in die Hausaufgabenbetreuung, zu den Eltern und in die Lifeskill-Stunde führten, haben richtig Laune gemacht und sind darüber hinaus auch äußerst geeignet, in die Beschreibung meines Aufgabenbereich praktisch einzusteigen.

Ganz so spannend wie beim Filmdreh ist es allerdings nicht immer, dafür aber auch meist nicht so stressig. Die einzige Konstante in meiner Arbeit ist die, das ich immer wieder etwas anderes mache. In den ersten Wochen habe ich mich in die Bearbeitung der Homepage eingearbeitet und massenhaft Informationsseiten über Masifunde gelesen, um auch wirklich im Thema zu sein, über das ich dann berichten kann. In der Zukunft werde ich versuchen, Redaktionen vor allem in Südafrika anzusprechen und sie auf unsere Aktionen aufmerksam zu machen, um die Bekanntheit unserer Organisation hier vor Ort zu steigern. Außerdem werde ich mich um unsere englische Homepage kümmern und Journalisten betreuen, die hier her kommen wollen um zu berichten. All die schönen Aufgaben der Außendarstellung liegen allerdings momentan noch etwas in der Ferne, da im Dezember unser alljährliches Summer Camp ansteht. Und damit die Kinder dabei nicht verhungern, treiben wir momentan mit Hausbesuchen in Supermärkten die nötigen Sachspenden auf. Das ist nicht immer leicht und mit Sicherheit auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber es ist wichtig, denn das Spendengeld aus Deutschland brauchen wir für wichtigere Dinge, das soll Bildung ermöglichen.

Zusätzlich zu diesen Aufgaben arbeite ich aber auch ganz konkret mit den Kids, wenn auch nicht so häufig. Da geht es vor allem um Hausaufgabenhilfe, also ganz konkret das Einmaleins durchgehen oder die Uhrzeiten digital und mit Zeigern erklären. Einmal haben wir in einer Learn4Life-Stunde aber auch unseren Ausflug aufgearbeitet und mit den Kids über wichtige Werte wie Solidarität und Zusammenhalt gesprochen. Als praktische Übung dazu haben wir die Kinder dann Artikel über den Ausflug schreiben lassen – tja, irgendwo muss sich der Kreis ja auch schließen…

Geschlossen ist hiermit dann auch meine Arbeitsbeschreibung. Ich hoffe, es war aufschlussreich und interessant. Fragen sind mehr als willkommen…

* Der nach der einstigen Zeit-Chefredakteurin und -Herausgeberin benannte "Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung" wird von der Marion Dönhoff Stiftung (wer hätte es gedacht), der ZEIT und der ZEIT Stiftung herausgegeben. Aufgrund der vorsichtig gesagt nicht ganz unbedeutenden Erscheinung diese Stiftung, macht es momentan auch Spaß, Masifunde zu googlen...

Freitag, 3. Oktober 2008

Was ich hier mache - Teil 2 von 3

"Education is the most powerful weapon which you can use to change the world." ("Bildung ist die stärkste Waffe, zu der man greifen kann, um die Welt zu verändern.")

Dieses Zitat Nelson Mandelas ziert nicht nur die englische Informationsbroschüre über Masifunde, seine Aussage ist auch ein Stück weit mein Antrieb, hier zu arbeiten. In der nun folgenden Fortsetzung des Eintrags vom Donnerstag werde ich beschreiben, wie diese Waffenlieferung funktioniert.



Der Ansatz liegt nach der Vorgeschichte auf der Hand: Um dem beschriebenen Teufelskreis aus mangelnder Bildung und Armut zu entrinnen, muss ein nachhaltiges Förderungskonzept bei den Kindern ansetzen und ihnen die gleiche Bildung ermöglichen, die gleichaltrige Kinder reicherer Familien auch bekommen. Weil das soziale Umfeld sich aber nicht per Fingerschnippen in die Idylle eines von Vogelgezwitscher geprägten Luxusvororts verwandeln lässt, brauchen die Kinder zusätzliche Unterstützung, die ihnen die Kraft gibt, ihre Aufgaben auch unter erschwerten Bedingungen zu absolvieren.

Da es allerdings weder realistisches Ziel noch Aufgabe eines ehrenamtlichen Vereins sein kann, diesen Segen flächendeckend zu verteilen, muss zudem ein Weg gefunden werden, den gesamten Stadtteil von der Förderung einiger Weniger profitieren zu lassen. Denn zum einen ist Masifunde kein Elitenförderungsprogramm und zum anderen wäre die Gefahr von Neid und Missgunst sonst viel zu hoch.

Masifundes Arbeit im Walmer Township besteht daher aus drei Säulen.

Die erste ist die naheliegendste und zugleich teuerste: Die geförderten Kinder werden auf exzellente Schulen in den reicheren Stadtteilen Port Elizabeths geschickt. Wer dort hin darf, welches Kind also ausgewählt wird, entscheidet sich in einem dreistufigen Test. Zunächst schlagen die Lehrerinnen einer mit Masifunde kooperierenden Vorschule geeignete Kandidaten vor, die sich durch Cleverness auszeichnen und gleichzeitig finanziell bedürftig sind. Daraufhin untersucht der festangestellte Masifunde-Koordinator in Walmer das familiäre Umfeld der Kinder. Wichtig ist dabei, dass zumindest ein verlässlicher Ansprechpartner existiert. Schließlich müssen die Kids sich dann noch in einem Auswahlgespräch an der ihnen zugedachten Schule beweisen - werden sie dort angenommen, sind sie dabei. Masifunde ist also in die formelle Schulbildung nur administrativ involviert. Die Masifunde-Freiwilligen helfen - was die direkte Schulbildung betrifft - lediglich bei den Hausaufgaben. Dazu gibt es einen Homework Club, der von einer südafrikanischen Lehrerin geleitet wird und in dem auch internationale Studenten der hiesigen Nelson Mandela Metropolitan University mithelfen.


Lernen, Lernen und nochmals Lernen!

Wenn die letzten Kinder dann um 17 Uhr mit ihren Hausaufgaben fertig sind, schließt sich Säule Nummer zwei an, die den formschönen Namen Learn4Life! trägt. Das Programm, das in Bremen sicherlich Lifeskills4u heißen würde, trägt den Nachhaltigkeitsansatz Masifundes in sich. Es hat daher die Schlüsselfunktion unseres Einsatzes inne, den es schafft die Verknüpfung zwischen den mit den Stipendien versorgten Kindern und gleichaltrigen Schülern aus Township-Schulen. Die insgesamt knapp 60 Learn4Life!-Kinder treffen sich auf die fünf Wochentage verteilt und nach Alter in Kleingruppen aufgeteilt einmal wöchentlich für anderthalb Stunden im Jugendzentrum. Zusätzlich gibt es monatliche Ausflüge und als Anreiz für die regelmäßige Teilnahme ein einwöchiges Summer Camp, das dieses Jahr vom 8. bis 16. Dezember stattfindet - so wir denn die nötigen Spenden auftreiben können, aber das ist eine andere Geschichte.

In all diesen Programm-Teilen geht es dann in einem in Kooperation mit der Uni entworfenen interaktiven Unterricht um insbesondere im Township wichtige Themen wie beispielsweise friedliche Konfliktlösungsstrategien, gesunde Ernährung, Drogenprävention und Aids-Aufklärung. Daneben wird den Kindern ihre Verantwortungsrolle in ihrem Umfeld eingeimpft, um sie so zu Multiplikatoren und Botschaftern in Sachen Aufklärung und Bildung zu machen.

Das klingt so niedergeschrieben natürlich alles etwas theoretisch und verkopft und ich hatte da anfangs auch so meine Zweifel, ob Grundschüler dann wirklich rausrennen ins Leben und laut "Bildung alaaf" schreien. Diese Unsicherheit hat sich allerdings in Gänsehaut aufgelöst, als ich beim letzten Elternabend der Geschichte einer Mutter eines Drittklässlers lauschte, die stolz berichtet hat, das ihr Sohn seiner zwei Jahre älteren Schwester nun beigebracht habe, was fünf Jahre Townshipschule nicht vermocht hatten: Lesen und Schreiben. Sicher, das funktioniert bei einigen besser und bei anderen schlechter, aber es fällt schon auf, das manche Kinder für ihr Alter auch innerhalb der Gruppe eine ungeheuere Verantwortung übernehmen und einfach eine Reife zeigen, die mich manchmal schlicht erstaunen lässt.


Bulelani sagt "Ja" zu südafrikanischem Wasser.

Doch weg von der Schwärmerei, Masifunde hat nämlich noch eine dritte Säule, die allerdings schneller erzählt ist und unseren Verein fest im Township verankert. Um den Ansatz der Arbeit hier umfassend zu machen, unterstützt Masifunde nämlich auch ein Kinderheim, das eine Frau aus Walmer Township aus Eigenengagement gegründet hat, und das Jugendzentrum, das einst übrigens von der IG Metal gebaut wurde und heute neben unseren Programmen eine Töpferwerkstatt, eine Tanzgruppe und einen Kindergarten für bedürftige Kinder beherbergt, den Masifunde ebenfalls fördert.

Welche Früchte all diese Bemühungen einmal tragen, lässt sich heute natürlich noch nicht mit Gewissheit sagen. Hoffnungsschimmer gibt es, wie beschrieben, bereits einige, doch ob die Kinder es schaffen werden, ihre Schullaufbahn erfolgreich abzuschließen und ob sie sich dann auch noch ihrer Verantwortung für ihr Umfeld verpflichtet fühlen, kann natürlich heute noch niemand mit Gewissheit sagen.

Ich bin da mal optimistisch gespannt und hoffe ich geht's in Erwartung von Teil 3 der Masifunde-Geschichte ähnlich. Voraussichtlich Sonntag geht's dann um meine Rolle im System...

Donnerstag, 25. September 2008

Achtung Umleitung

Ich hatte es versprochen, der Text über die Exkursion ins Adventure Camp ist online und hier folgt der Link. Zwei Dinge, die hier rar sind, erwarten euch dort:

1. Eine Schreibe ohne diesen elenden selzreferentiellen, ironischen Unterton.
2. Acht Bilder auf einen Streich!

Da wird selbst dieses Fliegenfänger-Schneiderlein neidisch und untapfer, also:
AB GEHTS