Und es geht noch tiefer: "Paradise 4 Teens" prangte über der Frontscheibe eines Taxis, gesichtet in Wynberg, Kapstadt.
Da fragt man sich schon, ob der Fahrer nur nicht wusste, wie man "pädophil" schreibt. Ein Bekannter erzählte mir neulich eine Story, der zufolge ein Mann vor Gericht stand, weil er einen Taxifahrer angehalten und tätlich angegriffen hatte. Der Grund: Der Slogan "Don't laugh at my taxi. Your daughter could be inside" hatte den Familienvater zur Weißglut getrieben.
Um Vorurteilen vorzubeugen: Die hier dargestellten Slogans sind mit Abstand der Tiefpunkt des "guten Geschmacks", die allermeisten Taxis sind einfach normale Minibusse mit normalen Minibusfahrern.
Dienstag, 9. Februar 2010
Montag, 1. Februar 2010
Neue Serie: Die größten Taxi-Slogans aller Zeiten
Minibustaxis sind ein Phänomen in Südafrika. Sie stemmen im Wesentlichen den öffentlichen Nahverkehr und sind sogar auf langen Überlandstrecken unterwegs. Für ihre immer mal wieder gewalttätigen Streiks sind die Fahrer-Vereinigungen berühmt und berüchtigt, die Taxi-Lenker gelten als Verkehrs-Rowdies und sind nicht nur in den Townships als harte Jungs respektiert und teilweise gefürchtet. Ihr Fahrstil hat ihnen unter den anderen Verkehrsteilnehmern Geringschätzung eingebracht, dennoch dürften die privilegierten Autofahrer Südafrikas froh sein, dass nicht all die Menschen, die in den Taxis sitzen, eigene Wagen fahren. Dann wären die Straßen nämlich hoffnungslos verstopft.
Hinter all den Legenden steckt aber eine einfache und nicht immer glorreiche Realität. Die Minibustaxi-Fahrer arbeiten meist auf eigene Rechnung oder sind Teil eines Kleinunternehmens. Dann ist meist der Chef irgendwie zu etwas Geld gekommen, hat ein einen Minibus angeschafft und vermietet diesen an den Fahrer, der dann mit Selbstausbeutung noch was für die eigene Tasche rausholen kann. Geregelte Arbeitsverhältnisse? Überprüfungen? Verkehrstauglichkeit? Ruhezeiten? Das reguliert der Markt. Oder eben nicht.
Das Minibus-Taxiwesen war einst gewollte Politik des regierenden ANC, der unter Mandela und Mbeki nahezu keine neoliberale Agenda ausgelassen hat, um der ganzen Welt zu beweisen, dass der ANC keine sozialistische Bewegung ist. Warum also nicht auch den Nahverkehr in die Hände von Selbständigen geben? Nunja, vielleicht deshalb, weil das oberste Ziel von Unternehmern eben doch nicht Versorgung sondern ein Plus auf dem eigenen Konto ist. Das Fehlen von Fahrplänen und ein höchst selektives Routennetz sind dabei noch die kleineren Probleme. Kurz vor der WM fiel den großen Planern in der Politik nämlich auf, dass die rollenden Ich-AGs es auch mit der Sicherheit und den Verkehrsregeln nicht immer so ganz genau nehmen. Also machte der Staat eine völlige Kehrtwende und plante die Einführung eines Schnellbussystems. Dagegen liefen natürlich die Taxifahrer Sturm, die ihre einst staatlich garantierten Arbeitsplätze völlig zu recht gefährdet sahen. Einige hatten sich nämlich für die Anschaffung eines Minibusses als Startkapital massiv verschuldet, andere ernähren mit ihrer Arbeit ganze Großfamilien. Es kam daher zu massiven Streiks, doch die Regierung blieb bei ihrer Wende. Sollte die Minibustaxi-Industrie aber wirklich mehr und mehr von der Bildfläche verschwinden, würde in Südafrika auch ein Stück öffentliche Kommunikation verloren gehen. Gemeint ist damit nicht nur das permanente Geschrei und Gepfeife des halb aus dem Fenster des fahrenden Taxis hängenden Rufers, der Kunden anlocken will. Ich würde auch die bisweilen unfassbar flachen Sprüche, die die Fahrer sich auf ihre Minibusse kleben lassen, vermissen.
Ihnen will ich in den nächsten Wochen und Monaten eine Serie widmen. Die größten Taxi-Slogans aller Zeiten. Den Anfang macht ein Taxi, dass sich neulich vor mir durch Port Elizabeths Stadtteil North End bewegte:
„Taxis are like girls. If you miss one, you take another one around the corner.“
Bald singt für Sie noch tiefer: Das Niveau.
Hinter all den Legenden steckt aber eine einfache und nicht immer glorreiche Realität. Die Minibustaxi-Fahrer arbeiten meist auf eigene Rechnung oder sind Teil eines Kleinunternehmens. Dann ist meist der Chef irgendwie zu etwas Geld gekommen, hat ein einen Minibus angeschafft und vermietet diesen an den Fahrer, der dann mit Selbstausbeutung noch was für die eigene Tasche rausholen kann. Geregelte Arbeitsverhältnisse? Überprüfungen? Verkehrstauglichkeit? Ruhezeiten? Das reguliert der Markt. Oder eben nicht.
Das Minibus-Taxiwesen war einst gewollte Politik des regierenden ANC, der unter Mandela und Mbeki nahezu keine neoliberale Agenda ausgelassen hat, um der ganzen Welt zu beweisen, dass der ANC keine sozialistische Bewegung ist. Warum also nicht auch den Nahverkehr in die Hände von Selbständigen geben? Nunja, vielleicht deshalb, weil das oberste Ziel von Unternehmern eben doch nicht Versorgung sondern ein Plus auf dem eigenen Konto ist. Das Fehlen von Fahrplänen und ein höchst selektives Routennetz sind dabei noch die kleineren Probleme. Kurz vor der WM fiel den großen Planern in der Politik nämlich auf, dass die rollenden Ich-AGs es auch mit der Sicherheit und den Verkehrsregeln nicht immer so ganz genau nehmen. Also machte der Staat eine völlige Kehrtwende und plante die Einführung eines Schnellbussystems. Dagegen liefen natürlich die Taxifahrer Sturm, die ihre einst staatlich garantierten Arbeitsplätze völlig zu recht gefährdet sahen. Einige hatten sich nämlich für die Anschaffung eines Minibusses als Startkapital massiv verschuldet, andere ernähren mit ihrer Arbeit ganze Großfamilien. Es kam daher zu massiven Streiks, doch die Regierung blieb bei ihrer Wende. Sollte die Minibustaxi-Industrie aber wirklich mehr und mehr von der Bildfläche verschwinden, würde in Südafrika auch ein Stück öffentliche Kommunikation verloren gehen. Gemeint ist damit nicht nur das permanente Geschrei und Gepfeife des halb aus dem Fenster des fahrenden Taxis hängenden Rufers, der Kunden anlocken will. Ich würde auch die bisweilen unfassbar flachen Sprüche, die die Fahrer sich auf ihre Minibusse kleben lassen, vermissen.
Ihnen will ich in den nächsten Wochen und Monaten eine Serie widmen. Die größten Taxi-Slogans aller Zeiten. Den Anfang macht ein Taxi, dass sich neulich vor mir durch Port Elizabeths Stadtteil North End bewegte:
„Taxis are like girls. If you miss one, you take another one around the corner.“
Bald singt für Sie noch tiefer: Das Niveau.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Ein Mann hält Wort

Ich hatte es ja bereits angekündigt. Hier nun der Foto-Beweis. Dieses schmucke Mobil wird mich nun - nix für ungut SA Roadlink, City-to-City und co - noch mobiler machen. Steckt ja schon in der Bezeichnung. Haha, Oberschicht, ich komme. Außerdem werde ich ja auch so langsam alt, da schickt es sich eben, Golf zu spielen. Pling.
Wer sich nun fragt, woher zur Hölle der Typ als freier Journalist die Kohle hat: Ich mach jetzt auf Arzt.
Dienstag, 26. Januar 2010
Lesestoff
Zwei Links auf einen Schlag:
Anlässlich der Stadion-Eröffnung in Kapstadt habe ich mich in einem Report auf ZEIT online mit der Kritik an der Arena auseinandergesetzt. Hier geht's lang.
In der jungen Welt vom Montag habe ich eine Themenseite zur Apartheid-Reparationsklage gegen Daimler, Rheinmetall, IBM, Ford und GM beigesteuert. Hier der Link zum Haupttext, wer sich weiter klickt findet noch eine Zeitleiste, das Interview mit der Vorsitzenden des Opfervereins Khulumani ist leider paid content. Aber irgendwie muss die junge Welt meine exorbitanten Honorare ja auch aufbringen.
Ich verbleibe mit kostenlosen Grüßen.
Anlässlich der Stadion-Eröffnung in Kapstadt habe ich mich in einem Report auf ZEIT online mit der Kritik an der Arena auseinandergesetzt. Hier geht's lang.
In der jungen Welt vom Montag habe ich eine Themenseite zur Apartheid-Reparationsklage gegen Daimler, Rheinmetall, IBM, Ford und GM beigesteuert. Hier der Link zum Haupttext, wer sich weiter klickt findet noch eine Zeitleiste, das Interview mit der Vorsitzenden des Opfervereins Khulumani ist leider paid content. Aber irgendwie muss die junge Welt meine exorbitanten Honorare ja auch aufbringen.
Ich verbleibe mit kostenlosen Grüßen.
Dienstag, 19. Januar 2010
Busride diaries
Lange schon hat es auf dieser Plattform keine abgedroschenen Phrasen mehr gegeben, daher gehe ich jetzt gleich mal in die Vollen: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Pling, da freut sich das Schweinchen. Meine Freude über das Erlebte kam allerdings erst nach dem Überstehen und Überleben dezent auf.
Per Bus begab ich mich am Sonntagnachmittag von East London zurück nach Port Elizabeth, mitten durch das bezaubernde Eastern Cape, in dem sich normale Verkehrsteilnehmer die Straßen mit Hunden, Ziegen, Schafen, Kühen und Minitaxifahrern teilen. Alle fünf sind mitunter ähnlich unberechenbar. Als kleines Schmankerl hat meine Heimatprovinz neulich auch noch die Statistik Alkoholdelikte im Straßenverkehr im landesweiten Vergleich mit beeindruckendem Abstand gewonnen. Obwohl wir keineswegs die bevölkerungsreichste Provinz sind, stellen wir die Hälfte aller betrunkenen Autofahrer in den insgesamt neun Provinzen. Wenn das kein Setting ist.
Ich entschied mich gegen die allergünstigste Busgesellschaft, weil die in jüngster Zeit durch einen regional begrenzten Lizenzentzug, einen Fahrer, der mit fünf Promille erwischt wurde, und einen weiteren Bleifuß, der bereits sagenhafte 29 mal geblitzt wurde, aufgefallen war. Also fiel die Wahl auf City to City, meine bereits auf der Strecke Port Elizabeth-Kapstadt liebgewonnene ehemalige Minenarbeiter-Buslinie. Die sind nämlich die nächst billigen gewesen. Knapp zehn Euro für 300 Kilometer Strecke, da kann man nicht jammern. Und auch nichts anderes als einen MAN-Bus aus den Siebzigern, eine defekte Klimaanlage bei 35 Grad und Vollbesetzung sowie eine dezente Verspätung erwarten.
Gut eine halbe Stunde nach der geplanten Abfahrtszeit, die ich mir mit einem geschmacklich „interessanten“, mit Litschi aromatisierten, kalten Fläschchen Wasser vertrieb, trudelte das antike Gefährt am Bahnhof East Londons ein. Ich hatte mich in grenzenloser Naivität übrigens zunächst am schicken Busbahnhof dieses größten Dorfes des Eastern Capes absetzen lassen, wo mir der gleiche Mensch, der mir dort drei Tage zuvor kommentarlos mein Ticket ausgestellt hatte, auf Nachfrage erklärte, dass der Bus in zwanzig Minuten gut drei Kilometer entfernt in der Innenstadt abfahren würde. Ein wildes Armfuchteln, zehn Minuten im lautesten Minibustaxi der Welt und einen kurzen Sprint über 300 Meter später war ich fünf Minuten vor planmäßiger Abfahrt dann am richtigen Platz. Ein Glück, dass ich mich so beeilt hatte, sonst hätte ich vielleicht nur 20 Minuten an meiner Wasserflasche nuckeln können.
Weitere 20 Minuten gingen dann dafür drauf, dass der Busfahrer versuchte mit einer anscheinend völlig unsortierten Namensliste zu überprüfen, ob auch niemand sein kostbares Ticket gefälscht hatte. Danach zottelte er los, bergauf übrigens gern auch mal im dritten Gang, alte Busse scheucht man schließlich nicht. Nach gut fünf Stunden schwitzen, schaukeln und Kindergeschrei erreichten wir schließlich Port Elizabeth, wo der gute Mann die passende Abfahrt dann einmal in Schwung geraten sogleich links liegen ließ (im Linksverkehr hat diese Floskel sogar einen Sinn). Über meinem Kopf stiegen Fragezeichen auf, die bald in Angstschweiß gedünstet werden sollten, als der Fahrer auf der Sperrlinie der nächsten Ausfahrt zu einem spontanen Halt ansetzte. Da standen wir nun zwischen dreispuriger Autobahn und Abfahrt und keiner wusste warum. Der Fahrer griff zum Handy und plötzlich bewegte sich im Heck des Busses eine Luke. Eine Art Geheimtür öffnete sich und nur in Shorts bekleidet kam ein zweiter Busfahrer zum Vorschein, der sich nun – wir parkten noch immer auf der Autobahn – erst einmal mit einem Hemd bekleidete und dann zum Fahrer schritt. Im Stile Winnetous ließ er, die Hand demonstrativ über den Augen, seinen Blick über Port Elizabeth schweifen. „Wo bin ich?“, stand in Versalien auf seiner Stirn. Ich hätte es ihm ja sagen können, aber ich fand es irgendwie unpassend, ich war ja schließlich Passagier und die sind bei City to City nicht Kunden im Sinne von Königen sondern eher geduldete Bittsteller.
Mit einem kleinen Schlenker durch den wunderschönen Industriestadtteil Korsten schaffte der Mann aus dem Hintergrund, wie ich ihn hier nennen möchte, es dann schließlich, den Bus wieder auf den richtigen Kurs zu bringen und mit einer guten Stunde Verspätung die Haltestelle in Port Elizabeth anzusteuern. Nächste Woche kaufe ich mir ein Auto.
Per Bus begab ich mich am Sonntagnachmittag von East London zurück nach Port Elizabeth, mitten durch das bezaubernde Eastern Cape, in dem sich normale Verkehrsteilnehmer die Straßen mit Hunden, Ziegen, Schafen, Kühen und Minitaxifahrern teilen. Alle fünf sind mitunter ähnlich unberechenbar. Als kleines Schmankerl hat meine Heimatprovinz neulich auch noch die Statistik Alkoholdelikte im Straßenverkehr im landesweiten Vergleich mit beeindruckendem Abstand gewonnen. Obwohl wir keineswegs die bevölkerungsreichste Provinz sind, stellen wir die Hälfte aller betrunkenen Autofahrer in den insgesamt neun Provinzen. Wenn das kein Setting ist.
Ich entschied mich gegen die allergünstigste Busgesellschaft, weil die in jüngster Zeit durch einen regional begrenzten Lizenzentzug, einen Fahrer, der mit fünf Promille erwischt wurde, und einen weiteren Bleifuß, der bereits sagenhafte 29 mal geblitzt wurde, aufgefallen war. Also fiel die Wahl auf City to City, meine bereits auf der Strecke Port Elizabeth-Kapstadt liebgewonnene ehemalige Minenarbeiter-Buslinie. Die sind nämlich die nächst billigen gewesen. Knapp zehn Euro für 300 Kilometer Strecke, da kann man nicht jammern. Und auch nichts anderes als einen MAN-Bus aus den Siebzigern, eine defekte Klimaanlage bei 35 Grad und Vollbesetzung sowie eine dezente Verspätung erwarten.
Gut eine halbe Stunde nach der geplanten Abfahrtszeit, die ich mir mit einem geschmacklich „interessanten“, mit Litschi aromatisierten, kalten Fläschchen Wasser vertrieb, trudelte das antike Gefährt am Bahnhof East Londons ein. Ich hatte mich in grenzenloser Naivität übrigens zunächst am schicken Busbahnhof dieses größten Dorfes des Eastern Capes absetzen lassen, wo mir der gleiche Mensch, der mir dort drei Tage zuvor kommentarlos mein Ticket ausgestellt hatte, auf Nachfrage erklärte, dass der Bus in zwanzig Minuten gut drei Kilometer entfernt in der Innenstadt abfahren würde. Ein wildes Armfuchteln, zehn Minuten im lautesten Minibustaxi der Welt und einen kurzen Sprint über 300 Meter später war ich fünf Minuten vor planmäßiger Abfahrt dann am richtigen Platz. Ein Glück, dass ich mich so beeilt hatte, sonst hätte ich vielleicht nur 20 Minuten an meiner Wasserflasche nuckeln können.
Weitere 20 Minuten gingen dann dafür drauf, dass der Busfahrer versuchte mit einer anscheinend völlig unsortierten Namensliste zu überprüfen, ob auch niemand sein kostbares Ticket gefälscht hatte. Danach zottelte er los, bergauf übrigens gern auch mal im dritten Gang, alte Busse scheucht man schließlich nicht. Nach gut fünf Stunden schwitzen, schaukeln und Kindergeschrei erreichten wir schließlich Port Elizabeth, wo der gute Mann die passende Abfahrt dann einmal in Schwung geraten sogleich links liegen ließ (im Linksverkehr hat diese Floskel sogar einen Sinn). Über meinem Kopf stiegen Fragezeichen auf, die bald in Angstschweiß gedünstet werden sollten, als der Fahrer auf der Sperrlinie der nächsten Ausfahrt zu einem spontanen Halt ansetzte. Da standen wir nun zwischen dreispuriger Autobahn und Abfahrt und keiner wusste warum. Der Fahrer griff zum Handy und plötzlich bewegte sich im Heck des Busses eine Luke. Eine Art Geheimtür öffnete sich und nur in Shorts bekleidet kam ein zweiter Busfahrer zum Vorschein, der sich nun – wir parkten noch immer auf der Autobahn – erst einmal mit einem Hemd bekleidete und dann zum Fahrer schritt. Im Stile Winnetous ließ er, die Hand demonstrativ über den Augen, seinen Blick über Port Elizabeth schweifen. „Wo bin ich?“, stand in Versalien auf seiner Stirn. Ich hätte es ihm ja sagen können, aber ich fand es irgendwie unpassend, ich war ja schließlich Passagier und die sind bei City to City nicht Kunden im Sinne von Königen sondern eher geduldete Bittsteller.
Mit einem kleinen Schlenker durch den wunderschönen Industriestadtteil Korsten schaffte der Mann aus dem Hintergrund, wie ich ihn hier nennen möchte, es dann schließlich, den Bus wieder auf den richtigen Kurs zu bringen und mit einer guten Stunde Verspätung die Haltestelle in Port Elizabeth anzusteuern. Nächste Woche kaufe ich mir ein Auto.
Montag, 11. Januar 2010
Der Segen des Differenzierens
Nachdem die halbe Welt ja nun in dem feigen Anschlag auf die Mannschaftsbusse der togolesischen Fußball-Nationalmannschaft in der angolanischen Provinz Cabinda das perfekte Fressen gefunden hat, um mal wieder die Sicherheit in Südafrika und im Wesentlichen auch gleich den Kontinent an sich in Frage zu stellen, fand ich heute in der Augsburger Allgemeinen einen erfreulich nüchternen und differenzierenden Kommentar.
Hier die wesentliche Passage:
"Der Anschlag trifft Südafrika umso schwerer – ohne dass sich das Land dagegen wehren kann. Für manchen Europäer ist Afrika und Südafrika nämlich noch immer dasselbe. Dabei wäre es genauso unsinnig, von einem IRA-Anschlag in Nordirland auf die Sicherheit in Österreich zu schließen. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland Stadtviertel, die man nachts besser meiden sollte, und nicht jede U-Bahn-Station in München ist lebensgefährlich, obwohl das der Südafrikaner mit Blick von zuhause aus denken könnte."
Dazu ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank an den Autor, Anton Schwankhart.
Hier die wesentliche Passage:
"Der Anschlag trifft Südafrika umso schwerer – ohne dass sich das Land dagegen wehren kann. Für manchen Europäer ist Afrika und Südafrika nämlich noch immer dasselbe. Dabei wäre es genauso unsinnig, von einem IRA-Anschlag in Nordirland auf die Sicherheit in Österreich zu schließen. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland Stadtviertel, die man nachts besser meiden sollte, und nicht jede U-Bahn-Station in München ist lebensgefährlich, obwohl das der Südafrikaner mit Blick von zuhause aus denken könnte."
Dazu ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank an den Autor, Anton Schwankhart.
Montag, 21. Dezember 2009
Das Ende der Winterpause

Das Bild lässt es bereits erahnen: Ich bin zurück in Südafrika. Nach der Townshipphase folgt nun Teil zwei des Plans: Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Darüber werde ich hier auch wieder häufiger berichten. Teil eins meines Plans ist übrigens bereits gesichert, Teil zwei fehlt noch, aber der wichtigste Teil ist inzwischen vollständig angekommen und hat auch bereits die Jungfernfahrt überstanden.
In zwei Teilen habe ich meine aufpumpbare Yacht per Flugzeug unter ausschweifender Nutzung des erlaubten Reisegepäcks ins Land gebracht, inzwischen zusammengesetzt und mit Atlantikwasser geweiht. Von nun an wird sie meine Hummervorräte positiv beeinflussen...
Weil es an Bord kein Internet gibt und ich nach all der deutschen Kälte nun erstmal den landestypischen Dezemberurlaub in der Sonne verbrate, ist hier bis Januar auch noch Ruhe. Dann geht’s voll los: Ich mache mich auf zu journalistischem Schaffen in noch nie gekanntem Ausmaß und Umfang und auch die jungen Kollegen vom Schülermagazin Walmer’s Own sind zurück in ihrer “Redaktion”. Das wird spannend. Letztere sind übrigens jetzt schon fleißig und haben das Masifunde-Summercamp mit einer eigenen Camp-Zeitung begleitet. Sehr lesenswert...

Bis bald in alter Unregelmäßigkeit
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