Dienstag, 9. Juni 2009

Nicht kultiviert aber „Sophie-Steak: Ate it.“

Die folgende Geschichte, der Vegetarier und zart Besaitete eventuell besser fern bleiben sollten, handelt von Sophie. Sophie ist ein Schaf. Besser gesagt war sie ein Schaf. Das da.

"Das da sieht doch niedlich aus."

Sophies Leben endete knapp dreißig Jahre nach der Geburt meines Freundes Ansgar, der an diesem Ableben nicht gänzlich unschuldig ist. Zu seinem Ehrentage wollte er seinen Gästen nach guter alter Tradition aus südafrikanischen Townships nämlich etwas Schafsfleisch servieren. Also wechselte Sophie den Besitzer und reiste im Kofferraum eines Golf I nach Walmer Township, Ansgars Hood, wie man es hier nennen würde. Man könnte also durchaus behaupten, es sei vom Golf geholt worden.

Was willst du mit dem Dolche, sprich!

Normalerweise finden Schlachtaktionen immer an einem mit Kuhhörnern besetzten Pfahl statt, der für ein Townshipgrundstück obligatorisch ist und den Schutz der Vorfahren auf die Hinterbliebenen lenkt. Da es sich bei Ansgars Fleischeslust allerdings nicht um eine Opferschlachtung handelte, riet Juice, ebenfalls ein Kumpel von uns, an eine andere Stelle des kleinen Hofs auszuweichen. Wer weiß, was die Ahnen sonst alles über uns ausgeschüttet hätten…

Du ahnst es nicht!

So passierte Sophies Rasierunfall dann auf der grünen Wiese unter den Wäscheleinen. Tapfer war die Dame, sagte keinen Mucks und auch kein Mäh. Während die Gedärme dann direkt in einen großen Eisentopf wanderten, um über einem wild zusammen gesammelten Feuer deliziös gegart zu werden, musste der geneigte Feinschmecker auf Sophies Muskelfleisch noch einen Tag warten. Direkt nach der Schlachtung schmeckt das nämlich angeblich nicht. Ich kann das so nicht bestätigen, denn als auf den beziehungsweise vom Leib geschneidertes Carpaccio schmeckt es unter Zugabe von etwas Salz auch ganz gut.

Da sagt man dann wohl rustikal zu.


So ein Schafsfell ist ja auch viel zu warm in Afrika.

Das Fell wurde übrigens auch nach Erlegung des Schafes nicht verteilt, sondern im Ganzen aufbewahrt. Liebend gern hätte ich es mit dem Auto zurück gebracht, quasi als Schafspelz im Golf, doch dazu kam es nicht. Unter dem strengen Duft einer sehr kleinteiligen aber dennoch zäh kämpfenden Sophie und der romantischen Atmosphäre eines wild flackernden Grillfeuers nahmen wir stattdessen Biss um Biss Abschied.

Tschüss Sophie!

Auch wenn Kartenspiele in Walmer Township eher weniger populär sind, haben die Menschen eine ausgesprochen starke Neigung zu Schafkopf. Am liebsten gekocht.

Nur falls mich jetzt jemand für die Sache an den Pranger stellen wollte: Ich wasche meine Hände in Unschuld!

Kommentare:

fish hat gesagt…

Schreib bitte auch noch drüber, dass man sich das nicht unbedingt in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Frühstück durchlesen/ansehen sollte. Danke.

helenebanner hat gesagt…

Dafür, dass du so lange nix mehr aus dem Walmer Township berichtet hattest, war das aber dann jetzt volle Pulle

Nadine hat gesagt…

Ich werte das dann mal als Racheakt auf meine Beschwerde ;-) Danke für die anschaulichen und so überaus ästhetischen Fotos - würg...

Sebastian hat gesagt…

Sensationeller Bericht, endlich mal wieder was "von der Basis". Ich bau dir ein Haus aus Schafskopfsülze!

Dr. Selzsam hat gesagt…

Yeehaaa, sensationeller Kommentar. Ich hab übrigens noch viel krassere Bilder mit noch mehr Blut. Mag jemand?

killerblau hat gesagt…

Ja, bitte! Alle Bilder! Vielleicht kann man ja sogar eine tolle Animation draus machen...

Bjoern Richter hat gesagt…

Liebe Sophie. Ich wünsche Dir in Deinem Leben nach dem Tod noch viel Spaß und Glück und plane Deine Wiedergeburt bitte so, dass Dir nicht noch mal solch selzame Menschen begegnen, die scheinbar Deinen Kopf anbeten. :)